Verrechnungspreise kurz erklärt
Die Transfer‑Pricing‑Regeln bestimmen, dass verbundene Gesellschaften für konzerninterne Lieferungen von Waren und Dienstleistungen (= Transfer‑Pricing‑Transaktionen) fremdübliche Preise anwenden müssen. Eine Verbundenheit liegt u. a. vor bei (in)direkten Anteilseignerbeziehungen sowie bei Beteiligung an der Leitung oder an der Aufsicht eines anderen Rechtsträgers.
Fremdvergleichsgrundsatz und Arm’s‑Length‑Prinzip
In den Niederlanden ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Preise, die Konzerngesellschaften einander für interne Lieferungen von Waren und/oder Dienstleistungen berechnen, fremdüblich sind (sog. Arm's Length Principle). Anders gesagt: unternehmensinterne Verrechnungspreise müssen den Preisen entsprechen, die bei einer vergleichbaren Transaktion gegenüber unabhängigen Dritten berechnet werden.
- Preisermittlungsmethoden (CUP/Vergleichspreis, Wiederverkaufspreis, Kostenaufschlag)
- Intercompany‑Verträge & Implementierung in ERP/Prozesse
Benchmarking: Den richtigen Verrechnungspreis nachweisen
Eine Benchmarking-Analyse identifiziert vergleichbare Transaktionen zwischen unabhängigen Unternehmen und leitet daraus eine akzeptable Preisspanne ab – die zentrale Grundlage, um konzerninterne Vereinbarungen am Fremdvergleichsgrundsatz (Arm's Length Principle) zu messen.
Die Analyse umfasst typischerweise drei Vergleichsdimensionen:
- Vergleichbare Produkte und Dienstleistungen – Welche Transaktionen unabhängiger Unternehmen sind mit dem konzerninternen Sachverhalt vergleichbar?
- Marktbedingungen – Unter welchen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurden die Vergleichstransaktionen abgeschlossen?
- Unternehmensfunktionen und Risiken – Üben die beteiligten Konzerngesellschaften dieselben Funktionen aus und tragen dieselben Risiken wie unabhängige Dritte?
Das Ergebnis ist eine dokumentierte Preisspanne, die als Grundlage für die steuerliche Compliance und die Verrechnungspreisdokumentation dient.
Preisermittlungsmethoden in den Niederlanden
Für die konkrete Ermittlung des fremdüblichen Preises bestehen verschiedene Methoden – die Wahl hängt vom Transaktionstyp und der Datenverfügbarkeit ab:
- Comparable Uncontrolled Price (CUP) / Vergleichspreismethode: Direkter Preisvergleich mit unabhängigen Transaktionen
- Wiederverkaufspreismethode: Ausgangspunkt ist der Wiederverkaufspreis an unabhängige Abnehmer
- Kostenaufschlagsmethode (Cost Plus): Kostenbasierte Kalkulation, häufig bei Dienstleistungen und Auftragsfertigungen
- Transactional Net Margin Method (TNMM): Vergleich der Nettomarge mit vergleichbaren Unternehmen